Als sich die 9-jährige Joana Napeio erstmals auf den Stuhl im neugebauten Schulzimmern in ihrem Dorf Kuito setzte, weinte sie vor Freude. «Ich wollte zur Schule gehen, seit ich ein kleines Kind bin», erzählt das Mädchen. «Aber alle Schulen waren durch den Krieg zerstört. Ich freute mich riesig, als ich heute morgen erwachte. Ich wusste: Heute darf ich in die Schule!».
Joana Napeio ist eines von einer Viertelmillion Kinder in Angola, die im Januar 2004 wieder zur Schule gehen konnten. Dank einer Initiative namens «Zurück in die Schule» des Bildungsministeriums von Angola und UNICEF. Leider müssen noch immer rund eine Million angolanische Kinder zwischen 6 und 9 Jahren auf den ersten Schultag warten. Denn der lange Krieg hat fast 4000 Schulen im Land zerstört. Und es gibt zu wenige Lehrerinnen und Lehrer.
Doch es besteht Hoffnung. 3300 neue Schulen sind innert Kürze entstanden und 5500 Lehrerinnen und Lehrer wurden ausgebildet. Auch der Lehrer von Joana hat gerade eine Ausbildung hinter sich. Mit kräftiger Stimme bringt er den Kindern in einem Lied das Alphabet bei. Im Klassenzimmer gibt es weder eine Wandtafel noch ein Tisch. Joana und ihre Kameraden sitzen alle am Boden. Ihr ist das egal. Sie freut sich, dass sie endlich schreiben lernt. «Bald werde ich meinen Eltern einen Brief schreiben können, in dem ich ihnen mitteile, dass ich sie liebe.»
Angola
Freudentränen am ersten Schultag
