Farlis, Juan und Jenny (17,16,13 Jahre) haben zusammen mit anderen Kindern in Kolumbien eine Friedensbewegung gegründet. Kolumbien ist ein Land in Südamerika, in dem seit Jahrzehnten ein brutaler Krieg zwischen Drogendealern, Rebellen und dem Militär herrscht. In den letzten 10 Jahren wurden über 700‘000 Mädchen und Jungen mit ihren Familien vertrieben.
Tausende Strassenkinder hausen in der Hauptstadt Bogotá in stinkenden Kanalschächten und leben vom Betteln oder Stehlen. Viele nehmen Drogen und sind krank. Und immer wieder werden obdachlose Jungen und Mädchen ermordet. Von der Einhaltung der Kinderrechte keine Spur! Doch 1996 begannen sich die Kinder Kolumbiens zu wehren. Farlis, Juan Elias, Jenny und viele andere trafen sich auf Schulhöfen oder Fussballplätzen zum «Kriegsrat»: Wie können wir unsere Rechte einfordern? Was könne wir gegen den Terror tun? Die «Kinder-Friedensbewegung» war geboren.
UNICEF unterstützt die mutigen Kinder seit Anfang an. Im Oktober 1996 schafften die kleinen Friedensbotschafter eine Sensation: die erste Kinderrechts-Wahl in Kolumbien. Alle Jungen und Mädchen konnten auf Listen ankreuzen, welches Recht ihnen am wichtigsten war. Farlis hoffte, dass mindestens 300‘000 Kinder wählen würden.
Da hatte sie sich aber verschätzt: 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche gaben ihre Stimme ab. Das Ergebnis: Die meisten Kinder stimmten für das Recht auf Leben. Die Initiative wurde von den Erwachsenen als Aufruf für eine landesweite Bewegung gegen den Bürgerkrieg verstanden. Ein Jahr später stimmten auch die Erwachsenen im Zusammenhang mit den allgemeinen Wahlen für ein Ende der Gewalt.
Über 100‘000 Jugendliche sind heute in der kolumbianischen Kinder-Friedensbewegung aktiv und leisten Friedensarbeit im Alltag. Sie trainieren beispielsweise mit Altersgenossen, wie man Konflikte ohne Gewalt lösen kann und sie kümmern sich um Kinder, die nach schlechten Erlebnissen an Angst und Alpträumen leiden.
