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Meena - in ganz Asien bekannt

«Ich mag Meena und ihren Papagei Mithu. Seit meine Eltern ihre Geschichten sehen, bekomme ich genauso viel zu essen wie meine Brüder», sagt die elfjährige Chitty. Sie lebt im Bezirk Tangail in Bangladesch. In Bangladesch müssen viele Mädchen mit kleineren Portionen auskommen als ihre Brüder.


Meena ist neun Jahre alt, spricht mehr als ein Dutzend Sprachen und ist in ganz Südasien ein Star. Meena ist eine Comic-Figur. Sie hilft UNICEF, Rechte für Mädchen durchzusetzen. Damit auch sie zur Schule gehen können, genug zu Essen haben und gesund aufwachsen.
Die vielen Meena-Geschichten, die im Fernsehen und in Büchern gezeigt werden, sind lustig und unterhaltsam. Die Zuschauer müssen die Botschaft selbst herausfinden. In der Folge «Teile die Mango» tauscht Meena zum Beispiel mit ihrem Bruder Raju die Rollen. Plötzlich muss Raju die Arbeit im Haushalt erledigen: Feuer machen, den Boden wischen, Hühner füttern und Kühe melken. Am Ende ist Raju völlig erschöpft.

In Bangladesch kennen viele Kinder die Meena-Geschichten auswendig. Wie der 11-jährige Oli, der mit Chitty die gleiche Klasse besucht. In einer Episode hat Meena zusammen mit Raju ein Nest mit zwei Vögeln gefunden. Raju fragt Meena, welches davon ein Mädchen sei. Daraufhin sagt Meena: «Ist doch egal, beide können irgendwann fliegen…» Oli erklärt die Bedeutung so: «Bei uns Kindern ist es genauso wie bei den Vögeln. Jungen und Mädchen können dieselben Sachen, auch wenn wir nicht fliegen können.»


Die Geschichten sprechen nicht nur Kinder an. «Ich möchte, dass meine Töchter genauso werden wie Meena. Deswegen schicke ich sie alle zur Schule», sagt die 30-jährige Jaharna aus dem Dorf Mirzapur. Sie selbst hat nie lesen und schreiben gelernt.

In den 90-er Jahren gelang es in Bangladesch, die Einschulungsraten der Mädchen um 30 Prozent zu steigern. Meena spielte dabei eine wichtige Rolle. Jeden Tag lesen heute 6,3 Millionen Schulkinder die Geschichten von Meena. Und immer wieder rufen Kinder im UNICEF Büro in Dhaka (in der Hauptstadt von Bangladesch) an, weil sie mit Meena sprechen wollen.

Ursprünglich für Bangladesch, Indien, Pakistan und Nepal entwickelt, spricht Meena heute auch zu den Kindern in Bhutan, Kambodscha, Laos, Sri Lanka, Thailand, Vietnam und auf den Malediven. Inzwischen hat Meena übrigens mit Hilfe von UNICEF eine afrikanische Schwester bekommen, die in einigen Ländern südlich der Sahara immer bekannter wird: Sie heißt Sara. Aber das ist eine andere Geschichte.